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Können Fische Treppen steigen?

Geschrieben von Administrator.

FischtreppmalaEin Rheinsalm schwamm den Rhein
bis in die Schweiz hinein.
Und sprang den Oberlauf
Von Fall zu Fall hinauf. (Weiterlesen)


Er war schon weißgottwo,
doch eines Tages – oh!
Da kam er an ein Wehr:
Das maß zwölf Fuß und mehr!
Zehn Fuß – die sprang er gut!
Doch hier zerbrach sein Mut.
Drei Wochen stand der Salm
Am Fuß der Wasser – Alm.
Und kehrte schließlich stumm
Nach Deutsch- und Holland um.
Christian Morgenstern (1871-1914)

 

Dass Fische im Jahresverlauf Wanderungen durchführen ist vor allem vom atlantischen Lachs her allgemein bekannt.
Dieses Schicksal gab schon Christian Morgenstern im vorletzten Jahrhundert Anlass zu o.g. Gedicht.
Auch die meisten anderen Fischarten in Baden-Württemberg führen Wanderungen durch. In der Mitte des letzten Jahrhunderts war die schlechte Wasserqualität Hauptursache für die Schädigungen der Fischfauna.
Zwischenzeitlich hat das Land Baden-Württemberg viele Mittel in die Abwasserreinigung und somit in eine bessere Wasserqualität investiert.
Heute stellen Gewässerbegradigungen, Uferbefestigungen und Wehre noch schwerwiegende und nachhaltige Eingriffe in den Lebensraum der Fische und deren Bestände dar. Nur 10-15% unserer Fließgewässer sind naturnah.
Vor diesem Hintergrund haben die Fischereivereine und Einzelmitglieder im Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg e.V. (VFG)
Ein Projekt auf den Weg gebracht, die Querverbauungen zu kartieren und zu bewerten.
Der Titel war „Die Durchgängigkeit unserer Bäche und Flüsse – lebensnotwendig für Fische“.
In der Enz von Pforzheim bis Bietigheim-Bissingen sind einschließlich der Nebenflüsse Metter und Glems 29 Querverbauungen.
Diese sind für 48 % der aufwandernden Fische nicht durchgängig und für 45 % eingeschränkt durchgängig. Für abwandernde Fische sind diese für 31 % nicht und
für 62 % eingeschränkt durchgängig. Nicht einmal 10 % der Wanderfische haben eine Chance zu ihren Laichgebieten zu kommen.
Dass Stauwehre auch mit funktionsfähigen Auf –und Abstiegsanlagen ausgerüstet werden können zeigt sich an der Wasserkraftanlage in Niefern wo ein Umgehungsgerinne für Fischwanderungen gebaut wurde. Als Abstiegshilfe wurde, soweit nicht das Umgehungsgerinne von den Fischen genutzt wird, vor der Rechenanlage zum Einlauf in die Wasserkraftanlage eine Schöpfrinne mit Ableitung ins Unterwasser angebracht.

Auszüge aus dem Projekt des Verband für Fischerei und Gewässerschutz
in Baden-Württemberg „Können Fische Treppen steigen“